Die Seite von malagasy.de



"Wir haben uns in die Insel Madagaskar verliebt"

Lehrerinnen aus Zweibrücken unterstützen verschiedene
Projekte / Flussfahrt mit dem Bad Dürkheimer Klaus Sperling

Von Klaus Heimer, Antananarivo

"Wir haben uns richtig in die Insel Madagaskar
verliebt." Wie aus einem Munde beantworten Doris
Oberkircher-Apffel und ihre Freundin Margarete Lodes
aus dem pfälzischen Zweibrücken die Frage, was sie so
besonders an dem viertgrössten Eiland der Welt vor der
Südostküste Afrikas reizt. Vor drei Jahren feierten
die beiden Pädagoginnen, die sich seit der
Tanzstundenzeit in Zweibrücken kennen, jeweils ihren
50. Geburtstag und nahmen diese runde Zahl zum Anlass,
ihre ganz persönliche Trauminsel im Indischen Ozean zu
besuchen. "Wir wollen damit auch anderen Frauen Mut
machen, einmal solch eine Tour zu unternehmen." Damals
wurden zahlreiche Kontakte, so zum Goethezentrum oder
auch dem einheimischen Guide Hery geknüpft und
brieflich aufrecht erhalten. 2002 verhinderten die
politischen Unruhen ein Wiederkommen, doch nun ging es
für vier Wochen erneut in die Heimat von Pfeffer und
Vanille.

"Madagaskar war schon mein Wunschziel als Kind,"
bekennt Doris Oberkircher-Apffel, die an der
Mannlich-Realschule unter anderem das Fach Französisch
unterrichtet. Erfreut zeigt sie sich über die
interessanten Reportagen in der Rheinpfalz über ihr
Lieblingsland, über das man ansonsten nur relativ
wenig lesen könne. Für Margarete Lodes, Biologie- und
Chemielehrerin an der Hauptschule Mitte, stellt
Madagaskar natürlich "eine riesige Fundgrube" an Tier-
und Pflanzenarten dar, die es sonst nirgendwo auf der
Welt gebe.

Nach dem ersten Aufenthalt legten die weitgereisten
Damen ihre Tagebuchberichte in Buchform auf, Doris
lieferte die Texte, Margarete die passenden Fotos. 420
Aufnahmen hat sie damals gemacht, diesmal waren es
weit mehr. Der Titel lautet "Allez, les femmes sans
mari" ("Auf geht's, ihr Frauen ohne Mann"): So
begrüsste sie ihr Reiseleiter stets aufs Neue. In der
Stammkneipe "Zum Bären" in Zweibrücken veranstalteten
die beiden Lehrerinnen den ersten Informationsabend
mit Lesung, Dias und einer Ausstellung der vielen
kunstgewerblichen Mitbringsel. Es folgten weitere
Vorträge dieser Art, wobei stets auch um eine Spende
gebeten wurde. Doris Oberkircher-Apffel feierte ihren
Fünfzigsten übrigens auf der vorgelagerten Insel Insel
Sainte Marie in Madagaskar, ihre in Landau geborene
Freundin dann im September 2000 im heimischen
Zweibrücken. Anstelle von Geschenke bat sie ihre Gäste
um einen Geldbetrag für Madagaskar. Knapp 1000 Euro
kamen so im Laufe der Zeit für Projekte zusammen, die
jetzt besucht wurden.

Mit 90 Kilo Gepäck, das auf Mitreisende verteilt
werden musste, landete das Duo in der Hauptstadt
Antananarivo. Im Stadtteil Ivato übergaben die
Weltenbummlerinnen in einer Schule die mitgebrachten
50 Plastiktäfelchen mit Stiften, Bastelmaterial,
Heften etc.
Den Kontakt zu einem Strassenkinderprojekt des
Berliner Vereins "Zaza Faly" stellte indirekt die
Rheinpfalz her, die kürzlich eine Reportage über den
Vereinsgründer Uwe Marschall gebracht hatte, der jetzt
Blechspielzeug aus Madagaskar importiert. In
Deutschland gespendete Medikamente und Kleidung wurden
dankend für die über 1OO Schützlinge der
Tagesinrichtung "Manda" (= schützende Burg)
entgegengenommen. Die noch vorhandenen 3OO Euro wurden
einem deutschen Journalisten zur Weiterleitung an den
Elsässer Pater Claude Fritz übergeben, der in 550
Dörfern des Hochlandes ein Alphabetisierungsprogramm
betreut, über das die Rheinpfalz in der "Sonntag
aktuell" ebenfalls berichtete.

Absoluter Höhepunkt des abwechslungsreichen Programms
war eine neuntägige Tour mit dem gebürtigen Bad
Dürkheimer Klaus Sperling, der seit etlichen Jahren
auf Madagaskar lebt und dort das Reisebüro "roadhouse
voyages" betreibt. Mit ihm schipperte eine sechs
Nationalitäten umfassende Reisegruppe vier Tage per
Piroge (Einbaum) auf dem Tsiribihina im Bereich des
"Wilden Westens" von Madagaskar. 160 Kilometer wurden
dabei auf dem teils mehrere hundert Meter breiten
Fluss zurückgelegt. Krönender Abschluss waren
Wanderungen in den weltweit einzigartigen Tsingys,
einem bizarren Massiv aus versteinerten, bis zu 60
Meter hohen Korallennadeln. Erneut war es die
Rheinpfalz, die mit einer Reportage im Rahmen der
Serie "Pfälzer im Ausland" die Idee für diesen
abenteuerlichen Trip lieferte.

"Man konnte herrlich die Natur geniessen," fasst
Margarete Lodes die Eindrücke zusammen und ihre
Freundin Doris fügt schnell hinzu "Ein dritter Besuch
in Madagaskar ist nicht ausgeschlossen." Auch dann
soll dort natürlich auch wieder Gutes getan werden...

Doris und Maragarete

Doris und Maragarete

Doris



weitere Artikel von Klaus Heimer

roadhouse voyages
deutsch - madagassischer Reiseveranstalter fur Abenteuer- und Erlebnisreisen auf der Insel wo der Pfeffer wachst ...
 

Mail