Der Idar-Obersteiner Dieter Heiderich, der im Herzen
der Tropeninsel Madagaskar, genau in der
Edelsteinmetropole Antsirabe 170 Kilometer südlich der
Hauptstadt Antananarivo, seit einigen Jahren mit
seiner einheimischen Lebensgefährtin das Restaurant
"Manambina" (bedeutet "Glück") betreibt, und der Bad
Dürkheimer
Klaus Sperling
, der seit 1998 von dieser
Stadt aus Touren im Bereich des
"Wilden Westens"
der
Gewürzinsel veranstaltet, geriten bei der
Zeitungslektüre am 14. Oktober (dem 65. Geburtstag von
Heiderich) ins Schmunzeln.
In der Ausgabe von Midi Madagasikara, der mit rund
33000 Exemplaren auflagenstärksten und seit 20 Jahren
erscheinenden Tageszeitung des Landes (Preis 1000
Franc Malagasy = knapp 15 Cent), fiel beiden auf der
letzten Seite, die normalerweise dem grossen
Weltgeschehen mit Kriegen, Katastrophen etc.
vorbehalten ist, unter der Sparte "Ungewöhnliches"
natürlich sofort die Ortsspitze "ALZEY" ins Auge.
Die Überschrift in französischer Sprache klang
abenteuerlich: "Fünfjähriger plünderte jung
verheiratets Paar aus, um Bonbons zu kaufen..."
Die Nachrichtenagentur AFP hatte dafür gesorgt, dass
der Vorfall aus dem fernen Alzey im gesamten
französischsprachigen Raum verbreitet wurde. Wie auch
von der AZ berichtet, alarmierte ein Alzeyer
Werkstattbesitzer die Polizei, nachdem der Knirps an
seiner Tankstelle zum dritten Male in kurzer Zeit mit
einem 500 Euro-Schein bezahlen wollte. Der Fünfjährige
war zur Hochzeitsfeier eingeladen und erhielt die
Erlaubnis, mit Geld aus dem Schlafzimmer des jung
vermählten Paares für sich und andere Kinder Bonbons
zu kaufen. Die Kinder bedienten sich kräftig und
leerten, so die Polizei, die im Zimmer deponierten
Geschenkumschläge, die insgesamt 3000 Euro enthielten.
Alleine der Betrag von 3000 Euro ist für madagassische
Verhältnisse eine unvorstellbare Riesensumme, die 210
Millionen Franc Malagasy entspricht. Der
durchschnittliche Mindestmonatslohn liegt auf der vor
der Südostküste Afrikas gelegenen viertgrössten Insel
der Welt immer noch bei lediglich 100000 bis 250000
Franc Malagasy (15 bis 35 Euro). Und Bonbons sind
angesichts dieser Verhältnissse natürlich ein
Luxusgut, das sich nur Reiche leisten können.
In der gleichen Spalte der Zeitung wurde übrigens noch
über ein neues Spiel aus Amerika "Ghettopoly" - in
Anlehnung an das bekannte "Monopoly" - und über die
Panik in einem Flugzeug von Qatar Airlines auf dem
Flughafen von Rom berichtet, in dem eine ein Meter
lange Schlange aus ihrem Käfig ausgebüchst war.
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